Auf der Suche nach dem richtigen Ansatz – Missglückter Saisonauftakt in Bautzen

Bautzen Bears – Phönix Leipzig 8:4 (2:1/3:1/3:2)

Fast ein ganzes Jahr nach dem letzten Punktspiel lautete der erste Ernstkampf der neuen Saison erneut Bautzen Bears (14 Spieler) gegen Phönix Leipzig (12 Spieler, darunter Debütant Konstantin Putschli und Lukas Nietfeld als Torwart statt des verletzen Julian Hofer). Die Ansprachen von Spielertrainer Pascal Richter und Kapitän Mirko Körner fokussierten sich – weil eben lange kein Punktspiel mehr absolviert wurde – auf die Basics: Abschlüsse, Fairness, gute Kommunikation (auf der Spielerbank, insbesondere bei Wechseln) und natürlich Spielfreude.

Viel Ball, wenig Ertrag – das 1.Drittel

Das erste Drittel begann fast genau wie vor einem Jahr. Die Gastgeber standen hinten kompakt und versuchten sich offensiv an ihren bekannten Mitteln, nämlich hohen Bällen und rasanten Kontern. Und so kam es, dass Bautzen einen der ersten Fehler von Phönix, die den Ball im Slot nicht unter Kontrolle bringen konnten, ausnutze und im Nachschuss den 1:0 Führungstreffer (8. Min.) erzielte. Danach kamen die Feuervögel immer besser ins Spiel und Mirko Körner konnte die ‚Bears‘-Abwehr mit einem Zuckerpass durch die Mitte auf Maik Biedermann erstmals knacken. Dieser schloss direkt zum 1:1 Ausgleich (14. Min) ab. Trotz der vielen Abschlüsse war man den Bautzner Kontern durch unnötige Ballverluste immer noch stark ausgesetzt. Ein solcher wurde dann auch kurz vor der Pause (19. Min.) zur erneuten Heim-Führung (2:1) verwertet. Die Schussstatistik des ersten Drittels lautete 16:13 für Phönix, darunter jedoch zu wenig Hochgefährliches.

Vorne mehr Gefahr, hinten aber leider auch – das 2. Drittel

Das zweite Drittel begann mit etwas höherstehenden, aber wenig aggressiven Gastgebern, was dem FBC mit seinen spielerischen Fähigkeiten eigentlich Platz verschaffen sollte. Dies gelang auch zeitweise, insofern man die Angriffsreihe des Gegners überpassen konnte. Unglücklicherweise folgten aber innerhalb kürzester Zeit drei Gegentore (24., 25., 28. Min., 5:1), zwei davon durch vermeidbare Ballverluste, die zu perfekt ausgespielten Kontern führten, einer infolge eines hohen Balls, der durch alle Beine ins Tor kullerte. Phönix nahm im Anschluss ein Time Out um die Situation ein wenig zu beruhigen. Dies gelang und es folgte endlich eine erfolgreich ausgeführte Passstafette mit Seitenverlagerung von Jakob Neumann auf Pascal Richter, der sehenswert zum 5:2 Anschlusstreffer einnetzte (30. Min.). Eine Zeitstrafe für beide Teams zum Ende des Drittels blieb folgenlos. Die Schussstatistik im zweiten Drittel fiel erneut mit 16:15 zugunsten der Feuervögel aus, spiegelte aber zugleich die brutale Effizienz der Bautzner wider. Die zweite Pausenansprache war daher auch eher motivierender- statt taktischer Art.

Die Aufholjagd bleibt aus – das 3. Drittel

Es schien sich zu lohnen, denn bereits in der 42. Min. konnte Maik Biedermann erneut aus mittiger Position freistehend einen Pass von Pascal Richter zum 5:3 Anschlusstreffer verwerten. Hoffnung keimte auf, die durch die zweite Strafe gegen die Messestädter, sowie dem direkt folgenden Unterzahl-Gegentor jäh zunichte gemacht wurde. Den verdeckten Schuss konnte Lukas Nietfeld noch gut parieren, den Nachschuss aber nicht mehr aufhalten (6:3, 43. Min.). Phönix verfiel in der Folge wieder in eine Phase unnötiger Ballverluste und leichtsinniger Gegenangriffe/Konter aus denen drei weitere, zuweilen ärgerliche Gegentore entstanden (44., 46., 47. Min, 8:3). Doch man gab sich nicht auf und zeigte eine Reaktion. Ein schneller Auswurf von Lukas Nietfeld auf Ralph Wittwer ermöglichte jenem einen Lauf übers freie Feld, den er erfolgreich zum 8:4 verwerten konnte (49. Min.). Dies ließ die Glut des Phönix nochmals aufflammen. Man begann, intensiv zu pressen, zeigte viel Kampf und suchte viele Abschlüsse. Die Bautzner hielten dagegen und kamen abermals zu zahlreichen Konterchancen, die der Goalie der Feuervögel in der Schlussphase jedoch alle zunichtemachte. Zu etwas Zählbarem reichte es am Ende aber nicht mehr, die schmerzliche Niederlage war besiegelt. Die Schussstatistik lag mit 20:12 erneut auf Seiten der Leipziger (gesamtes Spiel 55:40), wovon man sich aber keine Punkte kaufen konnte.

Im Gegenteil, man ließ sich wieder mit den gleichen Mitteln wie letztes Jahr überlisten. Trotz der (in weiten Teilen der Partie) besseren spielerischen Veranlagung fand man kein Rezept gegen die kompakte defensive Spielweise, die hohen Bälle oder die zugegebenermaßen schnellen und zielstrebig ausgeführten Konter der Bautzner. In den nächsten Trainings sollte daher vielleicht die Steigerung der Effizienz in der Chancenauswertung, sowie auch das Fehlverhalten in der Defensive (vorallem) im Spielaufbau anzusprechen sein.

Einen Grund die Köpfe hängen zu lassen gibt es dennoch nicht, denn die Saison ist noch sehr lang und der nächste Gegner (TSG Füchse II) wartet bereits am 02.10. auf den FBC – dann hoffentlich mit besserem Ausgang.

(von J. Hofer)

Phönix Leipzig:

[T] Lukas Nietfeld, Maik Biedermann, Felix Neubert, Jeremy Benyovsky, Jakob Neumann, Konstantin Putschli, Tommy Kürschner, Pascal Richter, Noemi Dornheim, Philip Schmotz, Ralph Wittwer, [T] Julian Hofer, [C] Mirko Körner
1. Drittel:
7:09 Tor 1:0 Gustav Hennig (Julian Schneller) Bautzen Bears
13:09 Tor 1:1 Maik Biedermann (Mirko Körner) Phönix Leipzig
18:21 Tor 2:1 Dominic Schneider (Valentin Koban) Bautzen Bears
2. Drittel:
3:25 Tor 3:1 Julian Stehr Bautzen Bears
4:54 Tor 4:1 Elias Ender (Friedrich Willert) Bautzen Bears
7:53 Tor 5:1 Gustav Hennig Bautzen Bears
9:21 Tor 5:2 Pascal Richter (Jakob Neumann) Phönix Leipzig
12:11 Strafe 2′ (sonst. Vergehen) Gustav Hennig Bautzen Bears
17:49 Strafe 2′ (Stockschlag) Felix Neubert Phönix Leipzig
3. Drittel:
1:52 Tor 5:3 Maik Biedermann (Pascal Richter) Phönix Leipzig
2:12 Strafe 2′ (Sperren) Felix Neubert Phönix Leipzig
2:27 Tor 6:3 Valentin Koban (Elias Ender) Bautzen Bears
5:46 Tor 7:3 Julian Stehr Bautzen Bears
6:36 Tor 8:3 Collin Bork (Dominic Schneider) Bautzen Bears
8:36 Tor 8:4 Ralph Wittwer Phönix Leipzig
Auszeiten:
Bautzen Bears 17:44 / III
Phönix Leipzig 7:53 / II